Pferderassen 14
Malopolski, Mangalara/Marchador, Manipur Pony, Maremmano, Mazedonisches Gebirgspferd, Mbayar Pony, Mecklenburger Kaltblut, Mecklenburger Warmblut, Merens Pony, Mexikanisches Pferd, Misaki Pony, Missouri Foxtrotter, Mongolen Pony, Mongolisches Wildpferd, Morgan, Mpar Pony, Muraköser Pferd, Murghese, Mustang
Zuchtgebiet Südpolen;
Gestüte Janow, Pruchna und Walewice, Stockmaß zwischen 158 und 164 cm, ruhig,
ausgeglichen - gute Springanlagen. Der Malopolski erfreut sich großer
Beliebtheit als vielseitiges Reitpferd, das allerdings nur selten in den großen
Sport zu finden vermag. Ausdauerndes Sportpferd mit eleganter Aktion. Elegantes,
mittelrahmiges Pferd im anglo - arabischen Typ. Kleiner, oft arabischer Kopf mit
feurigem Ausdruck. Langer, wohlgeformter Hals mit leichtem Genick, aus einer
manchmal etwas steilen Schulter kommend. Klar markierter Rist, oft etwas matter
Rücken, in eine leicht abfallende, gut bemuskelte Kruppe übergehend. Rumpf
nicht besonders breit und tief. Lange, trockene Extremitäten mit klaren
Gelenken, oft etwas knappem Fundament und leichten Stellungsfehlern. Gute Hufe,
kein Behang. Alle Farben. Die polnische Pferdezucht war seit etwa 1700 stark von
orientalischem Einfluss geprägt. Die Zucht von Anglo-Arabern hat lange
Tradition, man beschritt aber hier einen eigenen Weg. Die heimische Stutenbasis,
weitgehend kleine Arbeitspferde, wurde zuerst mit Arabern veredelt, die
weiblichen Produkte wurden in der Folge Hengsten der Rassen Shagya, Furioso,
Gidran und Vollblut zugeführt. Das Gestüt Walewice fördert einen sehr
praktischen Typ auf ungarischer Grundlage. Der 1947 im Gestüt Wojcieskowo
geborene Schimmelhengst Ramzes hatte bedeutenden Einfluss auf die holsteinische
und westfälische Zucht.
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Mangalarga:
Zuchtgebiet Brasilien,
Stockmaß Hengste 147-154 cm (Ideal 152 cm) Stuten 140-154cm (Ideal 146cm), großrahmiges,
nobles Gangpferd mit geschmeidigen Bewegungen; robust und ausdauernd. Wander-,
Distanzreiten, Gangpferdeturniere, Gangarten: Schritt, Marcha picada, Marcha
batida, Galopp. Marcha am langen Zügel, flüssig und leichtfüßig. Die Rasse
hat einen mittelgroßen, geraden Kopf mit breiter Stirn und großen,
ausdrucksvollen Augen; die Ohren sind klein, spitz und nach innen gedreht; gut
geformter und angesetzter Hals; tiefe Brust und lange, schräge Schulter;
ausgeprägter Widerrist; mittellanger Rücken mit langer, gut bemuskelter
Kruppe, tief angesetzter Schweif und eine kräftige Hinterhand mit ziemlich
langen, trockenen Beinen und Gelenken; mittelgroße, harte Hufe. Die
brasilianische Mangalarga-Rasse ist ca. 100 Jahre alt und das Ergebnis einer
Kreuzung zwischen Crioulo-Stuten und Beständen aus Andalusiern und Alter Real.
So entstand ein elegantes Reitpferd, das eine sehr auffällige, fünfte Gangart
beherrscht, die zwischen Trab und Kanter angesiedelt ist, die Marcha, eine
angenehm wiegende Bewegung. Der Campolino, ebenfalls ein Brasilianer, ist eine
schwere Variante des Mangalarga. Wie
alle amerikanischen Züchtungen stammt auch der Mangalarga von den europäischen
Pferden der Einwanderer ab. Anfang des 19. Jahrhunderts floh Joao IV vor
Napoleon, der die Iberische Halbinsel einnahm, nach Brasilien. Er nahm seine
gesamte Kavallerie mit. Seine Pferde waren Alteros, die Vorfahren der
Andalusierrasse. Die
brasilianische Familie Junqueira kaufte einige dieser Hengste für ihre Stuten,
die holländischer Herkunft waren, um ein für Vieharbeit, Jagd, Polo und
Langstreckenritte geeignetes Pferd zu erhalten. Die
Junqueiras wollten ein Pferd, das sowohl den Ansprüchen der Herrschaft genügte,
als auch erfolgreich im Ranchbetrieb einzusetzen war. Sie kreuzten Araber,
Anglo-Araber, Thoroughbred und American Saddle Horse ein, um eine spezielle Töltform
zu sichern: Marcha trottada oder Walking Trot.
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Zuchtgebiet Indien,
Stockmaß 130 cm, anpassungsfähig, lebendig, Polo, Kavallerie, Arbeitspony für
alle Arten von Aufgaben. Langer Kopf mit breitem Maul, tiefe Brust, breiter,
tiefer Körper, hoch angesetzter Schweif, saubere, harte Beine. Das Manipur Pony
wird schon seit vielen Jahrhunderten im indischen Bundesstaat Manipur gezüchtet.
Es stammt vom Mongolischen Wildpferd ab. Kreuzungen mit Araberblut haben
geholfen, seinen Körperbau zu verbessern und ihm zusätzliche Geschwindigkeit
zu geben. Im 19. Jahrhundert wurde das Manipur Pony als »Polopony« berühmt.
Polo wird in Asien schon seit 2000 Jahren gespielt. In Indien ist dieses Spiel
zwar so gut wie ausgestorben, in Assam und in den Himalaja Staaten ist es aber
nach wie vor beliebt. Ein Schriftstück aus dem 7. Jahrhundert berichtet von
Polospielen in Manipur auf Manipur Ponys. In den 50er Jahren des 19.
Jahrhunderts entdeckten britische Teeplantagenbesitzer in Assam das Spiel, das
auf diesen schnellen und wendigen Ponys gespielt wurde. Sie übernahmen es für
sich und trugen so dazu bei, Polo auf der ganzen Welt bekannt zu machen. In
seiner Heimat wird das Manipur Pony immer noch beim Polospiel geritten, in
anderen Gegenden wurde es inzwischen aber durch größere und schnellere Pferde
ersetzt. Es genoss auch einen guten Ruf als Kavalleriepferd. Seinem Besitzer
erscheint es zäh, robust, gangsicher und so kräftig, dass es schwere Lasten über
weite Strecken transportieren kann.
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Zuchtgebiet Italien in
der Toskana, Staatsgut Albarese, Stockmaß ca. 155 cm, ruhig, beständig, sehr
genügsam, ehemals Armee- und Polizeipferd, heute Reit- und Trekkingpferd.
Extrem harte, klobige Hufe, die Bewegungen sind energisch, fördernd, besonders
im Galopp. Der Maremmano besitzt einen langen, geramsten Kopf mit kleinen Augen,
der von einem muskulösen, eher kurzen Hals getragen wird. Die Schulter ist
zumeist kurz und ziemlich steil, der Widerrist kräftig. Der lange Rücken geht
in eine abgeschlagene, kantige Kruppe über, der Schweif ist tief angesetzt. Die
Beine sind sehr stabil, trocken und mit guten, breiten Gelenken ausgestattet.
Bei einer mittleren Höhe von 155 cm Stockmaß hauptsächlich Rappen und
Dunkelbraune, seltener Schimmel und Füchse. In der feuchten, heißen Maremma
zwischen Tiber und Arno werden vermutlich schon seit etruskischen Zeiten Pferde
gezüchtet. Seit dem Altertum nahmen verschiedene Rassen Einfluss; manche
Merkmale des Berbers etwa meint man noch heute im Maremmer zu erkennen. Die
Rinderhirten der Maremma sind bis heute auf diesen Pferden beritten, welche
wendig und zuverlässig sein müssen und einen gewissen Cow-sense besitzen. Zur
Verbesserung der alten Rasse kreuzte man im 1850 gegründeten Gestüt Tombola
Hengste aus dem königlichen Gestüt San Rossore, zwei englische Halbblüter und
einen Araber, ein. Neuerdings wird der Einsatz von Vollblut verstärkt, um ein
leichtes Sportpferd mit guten Points zu erreichen, den Maremmano megliorato
("verbesserter Maremmer").
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Zuchtgebiet Republik
Mazedonien, Südosteuropa, Jugoslawien und Griechenland., Stockmaß Typ A mit
bis zu 132 cm Stockmaß, und Typ B mit bis zu 145 cm Stockmaß., anspruchslos,
gutartig, intelligent, mutig, robust, ausdauernd, trittsicher, zäh. Das
Gebirgsreitpferd und Tragpferd ist auch ein ausgezeichnetes Freizeitpony. Ein
gefälliges Kleinpferd im orientalischen Typ stehend. Hübscher, trockener Kopf,
schlanker Rumpf und feines, trockenes Fundament. Das historische Makedonien auf
der südlichen Balkaninsel, dessen Ausdehnung etwa der heutigen Republik
Mazedonien und der griechischen Provinz Makedonien entspricht, ist das
Ursprungsland der alten Rasse. Sie soll von den berühmten thessalischen Pferden
der Antike abstammen, was aber nicht nachgewiesen werden kann. Unübersehbar ist
aber, dass im Mazedonischen Gebirgspferd orientalisches Blut fließt. Über
viele Jahrhunderte war es der unentbehrliche Helfer der kleinen Gebirgsbauern
und wurde von der sehr kargen Landschaft und gelegentlich von zufälliger
orientalischer Blutzufuhr geprägt. Doch seit Ende des Zweiten Weltkrieges wird
es durch größere und stärkere Pferde, durch die Maschinen und die Landflucht
verdrängt. Die alte Rasse droht auszusterben, da es keine geordnete Zucht gibt.
Der Schweizerische Verein Mazedonischer Pferde ist bemüht, die Rasse zu
erhalten, züchtet sie in der Schweiz weiter und führt ein
Zuchtbuch.
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Zuchtgebiet Republik
Senegal in Westafrika im Arachidier-Becken und der Gegend Niayes., Stockmaß 133
bis 144 cm. Robust, ausdauernd und genügsam, leichtfüßig und leistungsstark.
Das Mbayar Pony wird heute in seiner Heimat vor allem als Zugpferd für leichte
Transporte und landwirtschaftliche Arbeiten verwendet. Mittelgroßes, kräftig
gebautes Pony im Quadratformat. Großer Kopf mit breiter, gewölbter Stirn. Kräftiger,
kurzer, zum Pferd passender Hals, breite, tiefe Brust, kurzer, gerader Rücken
(oft Senkrücken), runde, muskulöse Kruppe. Kräftige Gliedmaßen mit breiten
Gelenken. Vor allem Braune, aber auch Füchse, Schimmel und Schecken. Der
Ursprung des Mbayar Ponys geht, wie bei fast allen afrikanischen Pferderassen südlich
der Sahara, auf den Berber zurück. Der Berber war an Hitze und Trockenheit gewöhnt
und so durchaus in der Lage, sich den schwierigen klimatischen Bedingungen
anzupassen, nicht zuletzt auch gegen die durch die Tsetsefliegen übertragenen
Infektionen, die jedoch seine weitere Verbreitung im südlichen Afrika
erschwerten. Aufgrund seines rein afrikanischen Ursprungs gilt das Mbayar Pony
als einheitliche Pferderasse. Allerdings hat die 1948 begonnene Verwendung von
englischen Vollblütern und Anglo-Arabern als Veredler zu Veränderungen des
„rein afrikanisch gezüchteten" Typs geführt. Zur Veredlung des Mbayar
Ponys wird heute das im Typ des Berber stehende Fleuve Pferd
verwendet.
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Zuchtgebiet
Deutschland, Hauptzuchtgebiet Mecklenburg, Stockmaß von 156 bis 165 cm, gutes
Temperament und guter Charakter. Leichtfuttrig und arbeitswillig mit
raumgreifenden Gängen. Ein Pferd für Arbeit und Repräsentation. Harmonischer,
gut proportionierter Kaltblüter. Kräftiger, trockener Kopf mit Freundlichem
Auge, der kraftvolle Hals gut aufgesetzt. Mittelschwerer Rumpf mit muskulöser
Schulter und gut bemuskelter Kruppe. Das Fundament ist trocken und korrekt, die
Hufe wohlgeformt und hart. Vor allem Rappen, Braune, Füchse und Schimmel.
Bereits Mitte des 19. Jh. kam der Wunsch nach einem starken Wirtschaftspferd für
die Rübenanbaugebiete auf. Darauf wurden Clydesdale- und Suffolk-Hengste von
der Gestütsverwaltung angekauft. Der erste Hengst war Young Hercules, ein
Clydesdale. Er wurde 1845 eingestellt, weitere folgten, und 1872 betrug der
Bestand 19 Suffolks und 8 C1ydesdales. Die wahllos eingekauften Hengste wurden
in den achtziger Jahren wieder ausgemustert. Dennoch waren 1898 nach einer
Erhebung der DLG 20% aller Pferde Kaltblüter, vor allem Dänen und Schleswiger,
der Anteil anderer (Ardenner, Belgier) war gering. Nachdem sich aber alle
Kaltblutzüchter 1910 zu einem Verband zusammengeschlossen hatten, machte die
Zucht auf der Grundlage des Rheinisch-Deutschen Kaltbluts rasche Fortschritte.
Die Kaltblutzucht Mecklenburgs, mit Zuchtschwerpunkten um Güstrow und Rostock,
war aber mehr Nachzuchtgebiet als Zuchtgebiet des Rheinisch-Deutschen Kaltbluts,
- doch das mit gutem Erfolg, vor allem mit Hengsten der Albion d'Hor-Linie. 1937
waren von den 391 aufgestellten Hengsten in Mecklenburg 160 Hengste Kaltblüter.
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Zuchtgebiet Deutschland,
Stockmaß 152 - 163 cm, willig, gutartig, mutig, energisch & ruhig,
vielseitiges Reitpferd, oft mit hoher Springbegabung; auch als leichtes
Wagenpferd einsetzbar. Die Bewegungen sind schwungvoll und regelmäßig in allen
Gangarten. Der Mecklenburger ist mit Hannoveranern nahe verwandt und erinnert
auch äußerlich stark an diese Rasse. Der Hannoveraner ist größer und
ausgesprochen lang, wohingegen der Mecklenburger eher gedrungen ist. Der
Mecklenburger ist ein mittelgroßes, kompakt gebautes Pferd mit guten Beinen und
Knochen. Der Mecklenburger wurde früher als Kavalleriepferd gezogen, aber nach
dem Zweiten Weltkrieg stellte man die Zuchtrichtung auf Reitpferde um. Zum Teil
wurden die gleichen Vererber wie beim Hannoveraner eingesetzt, deshalb die nahe
Verwandtschaft. Zu Zeiten der DDR ging der Mecklenburger in der Zuchtrichtung
"Edles Warmblut der DDR" auf. Heute darf er wieder seinen alten Namen
tragen.
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Zuchtgebiet Frankreich
- Bergland des Departements Ariege in den Pyrenäen, um die Dörfer Perles,
Castelet, Savignac und Orgeix, Stockmaß zwischen 135 und 145 cm., energisch,
fleißig, robust, genügsam. trittsicher. Die Pferde werden in der
Landwirtschaft verwendet und sind als Trekkingponys beliebt. Mittelgroßes, stämmiges
Gebirgspony, das dem Fell und Dales Pony sehr ähnlich ist. Gerader oder leicht
geramster, trockener Kopf und kräftiger Hals aus einer wuchtigen Schulter
entspringend. Die Mittelhand ist tief, lang und kräftig, die Hinterhand muskulös,
mit breiter, leicht abgeschlagener Kruppe. Das Langhaar ist dicht und gewellt,
die Beine sind kurz und stämmig, manchmal hinten kuhhessig. Es kommen nur
Rappen vor, Abzeichen sind bei dieser Rasse selten. Die Rasse dürfte sehr alten
Ursprunges sein, wie Höhlenbilder in Niaux im Departement Ariege beweisen.
Bereits die Römer sollen kräftige Saumtiere mitgebracht und mit dem heimischen
Schlag gekreuzt haben. In den baskischen Regionen des spanisch-französischen
Berglandes gehörte der Schmuggel zum Alltag, dazu brauchte man besonders verlässliche,
ruhige und kräftige Pferde. Die dunkle Färbung war ebenfalls hilfreich. In den
tiefer gelegenen Regionen des Departements wurde die Rasse seit langem mit
Kaltblütern der Rassen Percheron und Bretone gekreuzt. In den Gebirgsregionen
Kreuzung mit Arabern, so dass heute reine Merens selten sind und nur mehr in den
unzugänglichsten Hochtälern existieren. Noch um 1970 veredelte man die Rasse
mit einem Araberhengst, seit 1947 gibt es ein Stutbuch.
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Zuchtgebiet Mexiko,
Stockmaß um 150 cm, ein schnelles, mutiges, nerviges, aufmerksames, stets
einsatzbereites Pferd; hart und ausdauernd, vielseitiges Reit- und Arbeitspferd.
Kleines, drahtiges Warmblutpferd mit uneinheitlichem Erscheinungsbild; immer ein
schmales Pferd mit kurzem Rücken, starker Kruppe und harten Beinen und Hufen.
Zweifelsohne bilden auch hier die spanischen Pferde der Eroberer die Grundlage
der Zucht. Danach vermischten sie sich mit Mustangs und Criollos, aber auch mit
Arabern und Andalusiern.
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Zuchtgebiet Japan,
wildlebend südlich vor Misaki (Miysaki) im Gebiet von Kap Toi auf der Insel
Kiushu., Stockmaß um 135 cm, ohne große wirtschaftliche Bedeutung. Eine der
ursprünglichen Rassen Japans, im mongolisch-chinesischen Typ stehend. Schwerer
Kopf, breiter, kurzer Hals, kurzer gedrungener Rumpf und kräftige Gliedmaßen
mit trockenen Sehnen und Gelenken. Kräftiges Langhaar. Meist Braune und Rappen,
selten Füchse. Weiße Abzeichen an Kopf und Gliedmaßen sind ungewöhnlich.
Sehr alte japanische "Primitivrasse", deren Abstammung auf chinesische
Pferde zurückgeht, die vor ca. 2.000 Jahren von China nach Japan kamen, und aus
der sich inzwischen acht verschiedene Rassen gebildet haben. Das Wort Misaki
bedeutet Kap, und der Rassename ist zugleich Hinweis auf das japanische
Zuchtgebiet. Von einer richtigen Zucht kann man jedoch nicht sprechen, da die
Pferde sich selbst überlassen waren. Nur einmal im Jahr wurden die überzähligen
Hengste aus der Herde gefangen und nur einige als Zuchthengste in der Herde
gelassen. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging der Bestand drastisch zurück. Zur
Zeit zählt die Herde höchstens noch 100 Tiere.
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Zuchtgebiet USA,
besonders Missouri und Arkansas, Stockmaß ca. 148 bis 158 cm, lebhaft,
aufgeweckt, klug, zäh und ausdauernd, Westernpferd. Ausdauernd, robust und sehr
einfach im Umgang. Charakteristisches Kennzeichen ist die gebrochene Gangart
Foxtrott. Wenig bekanntes Westernpferd. Mittelgroßer, fein modellierter Kopf
mit freundlichem Ausdruck und hübschen Ohren. Gerader, kräftiger Hals von
geringer bis mittlerer Länge, einer langen, eher steilen Schulter aufgesetzt.
Wenig markierter Rist, tiefe Brust, kompakter Rumpf mit sehr tragfähigem Rücken.
Runde, leicht abfallende Kruppe, tiefer Schweifansatz. Feines, schütteres
Langhaar. Sehr hartes Fundament mit klaren Sehnen und Gelenken, gute Hufe.
Oft bunte Füchse und Braune, aber auch alle anderen Farben. Als zu Beginn des
19. Jahrhunderts das Ozark-Plateau zwischen Missouri und Arkansas besiedelt
wurde, brachten die Settlers ihre Pferde mit, die wohl auch Morgan- und
Plantation-Ambler-Blut führten. Später kreuzte man noch Tennessee Walker und
Saddlebred ein und erhielt so ein sehr rittiges Pferd mit dem weichen, schnellen
Foxtrott, einer gebrochenen Gangart, bei der das Pferd vorne im Schritt und
hinten im Trab geht. Die Hinterhufe verwischen dabei die Spur der Vorderhufe,
der Gang ist stark kadenziert, und die Pferde nicken im Takt. Dabei erreichen
sie mühelos Geschwindigkeiten von 8 bis 12 km/h über lange Strecken und jedes
Terrain. Seit 1948 existiert ein Zuchtverband, der auch Wettbewerbe fördert.
Bei diesen wird zu 40 % der Foxtrott und zu je 20 % der Schritt, der Galopp und
der Typ beurteilt.
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Zuchtgebiet Mongolei, Stockmaß 135 - 145 cm, ruhig, umgänglich , aber auch stur. Geritten werden sie auch in den traditionellen Ponyrennen mit Distanzen von rund 50 km. Jockeys sind Kinder. Ein primitives Steppenpferd, das im Aussehen stark an den Equus Przewalski erinnert. Der Kopf ist derb und groß, mit kleinen Augen und kräftigen Kiefern. Der Hals ist kurz, tief angesetzt und weist oft starken Unterhals auf. Kurze und steile Schulter, Widerrist lang und flach. Die Mittelhand ist kräftig und lang, oft mit Karpfenrücken. Die Kruppe ist kurz, abgeschlagen und schmal. Die Beine sind robust und weisen stahlharte Hufe auf. Ein nicht sehr ansprechendes, aber ausgesprochen hartes und ausdauerndes Pony von rund 135 bis 145 cm Stockmaß, das in allen Farben auftritt, oft als Falbe mit Aalstrich und Zebrierung an den Beinen. Wenig raumgreifende Gänge, bei starker Neigung zum Paß. Im Nordwesten der Mongolei fand man im 18. Jahrhundert Restbestände des mongolischen Wildpferdes, dessen naher Verwandter das mongolische Pony ist. Bereits im 6. Jahrhundert nach Christus beschreibt Publius Vegetius Renatus die Reitpferde der Steppenbewohner als "klein, hässlich und unglaublich hart". Die Nomaden, die die Ponys in Herden züchten, halten Stuten zur Milchgewinnung, die zu einem Kumyß genannten Getränk vergoren wird. Das Pferd hat als Leder-, Fleisch- und Milchlieferant eine zentrale Funktion in der Kultur der Nomaden. Es existiert in einigen Schlägen. In einigen Gebieten wurden Don- und Traberhengste eingekreuzt, um schnellere, größere Pferde zu erhalten, wodurch die ursprüngliche Härte und Genügsamkeit verloren ging. zurück
Zuchtgebiet Mongolei,
Stockmaß 120 bis 140 cm, scheu, aggressiv, Durchhaltevermögen, Primitive
Ponyart, großer Kopf, kurze, aufgerichtete Mähne, gerade Schultern, kurzer,
breiter Körper, zierliche Hinterhand, kräftige Beine mit kurzen Röhrenknochen.
Das Mongolische Wildpferd (Equus przewalski poliakow) ist - im Gegensatz zu
solchen Pferden, die aus der Gefangenschaft geflohen sind - das einzige echte
noch lebende Wildpferd. Eine Zeitlang ging man davon aus, dass alle
domestizierten Pferdearten auf das Mongolische Wildpferd zurückzuführen seien.
Nachneuesten Erkenntnissen gab es anscheinend vier Untergruppen; der Mongole gehörte
dabei zu der nördlichen Gruppe, die auch als Urzeit-Pony bekannt ist. 1881
entdeckte Colonel Przewalski die Mongolischen Wildpferde, die in den Steppen
westlich der Wüste Gobi in der Mongolei lebten. Diesen Teil des Landes nannte
man die Tachin-Schara-Nuru-Berge (»Berge der gelben Pferde«). Zu Ehren ihres
Entdeckers wird die Rasse auch Przewalski - Pferd genannt. Sie hat sich seit der
Eiszeit kaum verändert. Das liegt zum Teil an der Abgeschiedenheit ihres
Lebensraumes, aber auch am wilden Temperament der Hengste. Das Mongolische
Wildpferd wurde seit alters wegen seines Fleisches gejagt. Obwohl die russischen
und chinesischen Behörden Schritte zur Rettung dieser Rasse eingeleitet haben,
ist sie heute beinahe ausgestorben. Einzelne Tiere werden in Zoos auf der ganzen
Welt gehalten. Viele der domestizierten Rassen lassen sich bis zu diesem Pferd
zurückverfolgen, dazu gehören z.B. das Burma Pony, das indische Manipur und
das Mongolische Pony, das übrigens eine der ältesten domestizierten Rassen der
Welt ist.
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Zuchtgebiet USA,
Stockmaß 140 - 150 cm, gutmutiger Schwerarbeiter, sehr aktiv, Reit - und
Fahrpferd. Mittelgroßer Kopf, Gesicht leicht konkav, dicker Nacken, tiefe
Brust, breiter Rücken ,muskulöser Körper, Hochgesetzter Schweif, die Beine
sind optimal angesetzt - Hauptsächlich Schwarzbrauner, auch Brauner, Rappe und
Fuchs. Mittelrahmiges, praktisches Allzweckpferd. Der kleine Kopf ist gerade
oder leicht konkav, hat große Augen und kleine Ohren sowie eine kleine
Maulpartie. Der kräftige Hals ist gewölbt und hoch aufgesetzt und geht in eine
breite, schräge Schulter über. Flacher Rist, kurzer, breiter Rücken und kräftige
Nierenpartie. Die Kruppe ist stark bemuskelt, breit und leicht abfallend.
Trockenes Fundament, stabile Gelenke, gute Hufe, kein Behang. Nicht besonders
schnell, aber unerhört ausdauernd, trittsicher und fleißig. Freundliches Wesen
und große Intelligenz. Farben: meist Brauner und Fuchs, kleine Abzeichen. Der
Morgan ist die erste rein amerikanische Rasse. Urvater war ein Hengst namens
Figure, der 1793 in Massachusetts geboren wurde und schließlich nach einem
seiner Besitzer, Justin Morgan von Vermont, benannt wurde. Die Herkunft dieses
Hengstes ist unbekannt, man nimmt aber an, dass es sich dabei um eine Mischung
aus Welsh Cob, Vollblut und einheimischen Rassen mit Araber- und
Berberabstammung handelte. Der Morgan zeichnete sich sowohl beim Reiten als auch
beim Wagenrennen aus, konnte schwere Gewichte ziehen, war ein sehr gutes Reit-
und Farmpferd und außerdem als Zuchtpferd gefragt. Größe, Aussehen und vor
allem Charakter gab er mit solcher Beständigkeit an seine Nachkommen weiter,
dass zum Zeitpunkt seines Todes (im Jahre 1821) eine neue Rasse entstanden war.
Im 19. Jahrhundert wurde der Morgan schon bei der Entwicklung anderer berühmter
Rassen verwendet: beim Standardbred, Saddlebred und Tennessee Walking Horse. In
der Vergangenheit wurde der Morgan zumeist als Farm- und Wagenpferd eingesetzt.
Noch heute ist der Morgan die einzige Rasse, die als Arbeits-, Schau- und
Zugpferd gezeigt wird. Dank seiner Kraft und Ausdauer, seiner eleganten Gangart
und Gutmütigkeit ist er auch heute noch sehr beliebtes und ideales
Familienpferd, dass vielseitig eingesetzt werden kann.
z
Zuchtgebiet Republik
Senegal in Westafrika, im Arachidier-Becken und in der Gegend um Niayes,
Stockmaß maximal 133 cm. Das Mpar Pony wird heute in der Landwirtschaft als
leichtes Zugpferd und zum Wassertransport verwendet. Kleines stabiles Pony im
Rechteckformat, mit kurzem Hals, Axthieb, tiefer Brust, geradem Rücken, abschüssiger
Kruppe. Stabiles Fundament, Hinterhand oft unterständig. Vor allem Braune und Füchse.
Wie fast alle einheimischen Rassen geht auch diese Rasse auf den Berber zurück.
Sowohl durch die klimatischen, topographischen und wirtschaftlichen Bedingungen
wie auch durch schlechtes Futter und schlechte Pflege degenerierte die Rasse im
Laufe der Zeit und hat dadurch auch an Größe und Körpermasse verloren. Das
Mpar Pony wird in seiner Heimat zunehmend von dem größeren Mbayar Pony verdrängt
und ist mittlerweile schon im Begriff auszusterben.
zurück
Zuchtgebiet Ungarn,
Stockmaß 160 cm, freundlich, willig und aktiv, Landwirtschaftliche Arbeit,
Zugarbeit. Großer Kopf mit konvexem Profil, kräftiger Rahmen, deutlich
eingesunkener Rücken, kraftvolle Hinterhand, muskulöse Beine mit leichtem Kötenbehang.
Mittelschweres, praktisches Arbeitspferd, im Typ etwas an Noriker und leichte
Ardenner erinnernd. Gerader, ausdrucksvoller Kopf, kurzer, sehr kräftiger Hals
mit üppiger Mähne. Lange, ausreichend schräge Schulter und flacher Rist. Sehr
kompakter, rundlicher Rumpf mit großem Brustumfang, breite und tiefe Brust.
Kurze, abgeschlagene Spaltkruppe mit guter Bemuskelung. Starkes, dabei korrektes
und trockenes Fundament, kräftige Gelenke, kurze Fesseln. Etwas Behang, harte
und große Hufe. Freie Aktion im Schritt und Trab, robust und kräftig. Farbe:
meist Schimmel und Rappen. Der Muraköser ist das Zugpferd Ungarns. Es stammt
aus der Gegend des Flusses Mura, der im Süden Ungarns liegt. Das Pferd wurde in
der Zeit zwischen dem späten 19. und dem frühen 20. Jahrhundert entwickelt,
als die Nachfrage nach kräftigen, schnellen Zugpferden besonders groß war.
Entstanden ist es aus einer Kreuzung zwischen einheimischen, ungarischen Stuten,
den Mur-Insulan, und Percherons, Ardennern, Norikern und ungarischem Halbblut
(die einen Anteil Vollblut und Araberblut in die Linie brachten). Das Ergebnis
war ein sehr kräftiges und aktives Zugpferd. Es wurde auch in der Armee
eingesetzt. Das Muraköser Pferd war dermaßen beliebt, dass etwa 20 Prozent
aller Pferde in Ungarn nach dem Ersten Weltkrieg zu dieser Rasse gehörten.
Leider wurden im Zweiten Weltkrieg viele von ihnen getötet. Da es in der
Landwirtschaft keine große Nachfrage mehr nach diesem Pferd gibt, wird die Zahl
der Muraköser wahrscheinlich nicht mehr zunehmen. zurück
Zuchtgebiet Italien,
Apulien, Gegend von Murghe, Puglia, Stockmaß ca. 155 bis 162 cm, ruhiges
Temperament. Der Murghese eignet sich als leichtes Zugpferd und wird gerne zur
Waldarbeit eingesetzt, seine Reiteigenschaften sind eher begrenzt.
Man schätzt allerdings sein ruhiges Temperament beim Trekking für Touristen.
Stuten der Rasse ergeben in der Kreuzung mit Vollblütern gute Reitpferde, mit
Eselhengsten erstklassige Maultiere. Etwas Behang, gute Hufe, Bewegungen
gebunden, aber sehr ausdauernd und trittsicher. Ein mittelgroßes, derbes
Wirtschaftspferd an der Grenze zwischen Warm- und Kaltblut. Der große Ramskopf
wird von einem sehr kräftigen, hoch aufgesetzten Hals getragen. Die Schulter
ist von ausreichender Länge, manchmal etwas steil. Rist und Rückenlinie lassen
häufig zu wünschen übrig, die Kruppe ist leicht abgeschlagen und gut
bemuskelt. Bei genügender Tiefe und Breite ist der Rumpf kompakt, die Beine
sind stabil und weisen genügend starke Gelenke Lind Röhren auf. Farben häufig
Rappen und Füchse. Es sollen ursprünglich zwei Schläge der Rasse existiert
haben, ein schwerer Arbeits- und ein leichter Saumtiertyp. Beide waren um 1900
so gut wie ausgestorben. 1926 beschloss das italienische
Landwirtschaftsministerium, die Rasse zu beleben, und führte eine strenge
Selektion ein.
zurück
Zuchtgebiet USA,
Stockmaß 140 - 150 cm, unabhängig, hartnäckig, Viehwirtschaft,
Reitpferd, Ausdauerrennen. Unterschiedlich, leicht gebaut, trockene Beine und Füße.
Unveredelte, halbwilde Ponyrasse; recht grober Ramskopf auf tief getragenem, kräftigem
Hals; genügend Widerrist; stabiler, rundrippiger Rumpf; kräftiger Rücken mit
leicht abgeschlagener Kruppe; starke, kurze Beine und unglaublich harte Hufe.
Der Mustang ist das nordamerikanische Wildpferd; es stammt von den Pferden
spanischer Siedler ab und hat deshalb Blut von Andalusiern, Arabern und Berbern
in sich. Mustangs sind über 300 Jahre frei umherzogen - eine Zeitspanne, in der
sie sich zu zähen, genügsamen und unabhängigen Pferden entwickelt haben.
Viele wurden von Indianern eingefangen, später waren sie auch bei den Cowboys
sehr beliebt. Bei den ersten Mustangs waren das spanische und das Berberblut unübersehbar.
Mustangs haben ein gutes Gespür für Rinder. Neben der Arbeit mit den
Viehherden kreuzte man sie auch mit größeren Rassen, die Siedler mitbrachten,
um größere Arbeitspferde zu züchten. Später wurde auch mit dem Vollblut
gekreuzt. Mit dem Quarter Horse gelang die bemerkenswerteste Züchtung einer
neuen Rasse, die auf den Mustang zurückgeht. Er war aber auch bei anderen
Rassen wie dem Appaloosa, Palomino und dem Pinto beteiligt. Die Zahl der
wildlebenden Mustangs ist so stark zurückgegangen, dass sie heute per Gesetz
geschützt sind. Außerdem wurden zahlreiche Register angelegt, um die
verschiedenen Unterarten zu erhalten. Im Register für Spanische Mustangs z.B.
werden die Berberabkömmlinge geführt. Diese Pferde eignen sich besonders als
Reitpferd und für Ausdauerrennen. Im Register für spanische Berbermustangs
werden die Tiere erfasst, die keine reinrassige Berberabstammung aufweisen, aber
die korrekten Merkmale haben.
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Alphabetische Reihenfolge: A B C D E F G H I J K L / N O P Q R S T U V W X Y Z