Pferderassen 8
Galiceno
Pony, Garrano Pony (Minho), Gelderländer,
Giara-Pferd, Gidran, Golden American
Saddlebred, Gotlandpony, Groninger
Zuchtgebiet Mexiko, Stockmaß 120 -130 cm. Intelligent, aufgeweckt, freundlich. Farmpferd, Transportarbeit, gerade Schultern, schmale Brust, kurzer Rücken, elegante Beine, kleine Füße. Leichtes, drahtiges Reitpony mittlerer Größe, im Typ einem spanischen Pferdchen ähnlich. Mittelgroßer, gerader oder geramster Kopf, große, freundliche Augen. Leichter, relativ hoch angesetzter Hals, der in einen niederen Rist übergeht. Schulter häufig steil, etwas schmales, jedoch ausreichend tiefes Mittelstück, abgeschlagene Kruppe. Oft recht dürftig bemuskelt und ziemlich verkümmert (Futtermangel). Leichte, eifrige Bewegungen, hohe Aktion und Anlage zum Paß. Angenehmes Wesen, sehr ruhig und verlässlich. Häufige Farben: Braune, Falben, Füchse und gestichelte Farben. Schecken sind nicht zur Zucht zugelassen. Das Galiceno stammt von Ponys aus dem spanischen Galizien ab, die ebenfalls von den spanischen Eroberern mit in die Neue Welt genommen worden waren. Vermutlich waren Garrano Ponys, möglicherweise aber auch Minhos aus Nordportugal dabei. Aus ihnen entwickelte sich das Galiceno Pony mehr durch natürliche Auslese als durch selektive Züchtung durch den Menschen. Die Garranos sorgten dafür, dass das Galiceno einen kräftigen Schuss Araberblut erhielt und deshalb auch viele Merkmale der Araber aufweist. Es ist intelligent, zäh sowie ausdauernd und hat ein freundliches, sanftes Wesen. Äußerlich erscheint es wie ein kleines, schmales Pferd. Sein natürlicher Gang - ein schneller Laufschritt - ist recht ungewöhnlich, sorgt aber über lange Strecken für ein sehr angenehmes Reiten. In seinem Ursprungsland Mexiko wird es für Farmarbeiten und leichte Transporte eingesetzt. 1959 wurden Galicenos erstmals in die USA importiert. Hier erfreut es sich zunehmender Beliebtheit. Es lernt schnell und ist vielseitig einsetzbar. Es findet Verwendung als Farmpferd und bei Wettbewerben. zurück
Zuchtgebiet
Portugal, Stockmaß zwischen 120 und 132 cm, lebhaft, zäh, ausdauernd, als
Packtiere und bei ländlichen Trabrennen. Ein klares Fundament mit stabilen
Gelenken und harten Hufen sowie die hohe Trittsicherheit und die fördernden
Bewegungen machen die Rasse zu einem idealen Wirtschaftspony. Mittelgroßes,
ursprüngliches Pony, das in jüngerer Zeit oft arabisiert wurde. Nicht
besonders kräftig gebaut, aber sehr zäh und ausdauernd, ist der Garrano ein
typischer Vertreter des Typ l. Gerader oder leicht konkaver Kopf mit breiter
Stirn, wachen Augen und kleinen Ohren. Der Hals ist gerade, kräftig und
ausreichend lang. Er entspringt einer relativ guten Schulter. geht in einen
flachen Widerrist über und trägt eine dichte, lange Mähne. Der Rücken ist
etwas lang und eingesattelt, der Rumpf breit und tonig. Die Kruppe ist abfallend
und kräftig, mit tiefer Schweifwurzel. Farbe: Braune oder Rappen. Diese
uralte Rasse hat denselben Ursprung wie das Exmoor und andere Vorfahren unserer
Ponys. Man sagt den Garranos auch nach, von keltischen Ponys abzustammen, was
ersterer Theorie nicht widerspricht. Jedenfalls geben Höhlenbilder aus dem Paläolithikum
Zeugnis davon ab, dass eine identische Pferderasse auf der Iberischen Halbinsel
schon seit dieser Zeit heimisch ist. Dr. Ruy d'Andrade, der große
portugiesische Hippologe, stellte anhand umfangreicher Forschungen fest, dass
sich alle europäischen, und so auch die iberischen Ponys, aus einer Stammform
entwickelten, die aus Nordeuropa einwanderte. Die Garranos waren eine der
Wurzeln für den Andalusier und vermischten sich entlang der Grenzen ihres
Habitats auch mit den Sorraias. Sie wurden von keltischen Händlern bis nach
Irland und England gebracht. Man nimmt an, dass sie bereits sehr früh auch den
Weg nach Amerika fanden und dort Einfluss auf die neu entstehenden Rassen
nahmen. Heute werden sie in relativ kleiner Population im Norden Portugals gezüchtet
und werden in der Landwirtschaft, als Packtiere und bei ländlichen Trabrennen
eingesetzt.
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Zuchtgebiet
Niederlande, Stockmaß 150 bis 160 cm. Ruhig,
gutmütig, aktiv. Zugpferd,
Reitpferd ( Dressur - Springen ). Klarer Kopf mit konvexem Profil, kräftiger
Nacken, tiefe Schultern, kompakter Körper, Hinterhand, hoch angesetzter
Schweif, kurze kräftige Beine. Der Gelderländer stammt aus der holländischen
Provinz Gelderland; er wurde aus vielen verschiedenen deutschen Rassen
entwickelt. Seinen Ursprung hat er in Kreuzungen zwischen einheimischen Pferden,
Andalusiern und Norfolk Trabern, mit deren Hilfe man ein vielseitiges
Bauernpferd schaffen wollte, das auch zum Ziehen, Transportieren und Reiten
geeignet war. Als die Nachfrage nach Pferden für die Landwirtschaft im 19.
Jahrhundert zurückging, wurde der Gelderländer mit dem Oldenburger, dem
Anglo-Normannen, dem Ostfriesen und dem Hackney gekreuzt, um ein leichteres Zug-
und Reitpferd zu erhalten. Mit seinem ruhigen Wesen, seiner Ausstrahlung, seinem
schönen Körperbau und seiner hohen Aktion ist der Gelderländer ein
erstklassiges Wagenpferd und auf holländischen Pferdeschauen gern gesehen.
Diese Rasse bildet den Grundstock für das Niederländische
Warmblut.
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Zuchtgebiet
Italien - Sardinien, Stockmaß 125 - 132 cm, sehr lebhaft; oft sehr nervig;
nicht für jeden Reiter geeignet; sehr genügsam und hart. Reit- und
Landwirtschaftspferd. Alte Rasse unklaren Ursprungs. Heute leben diese Pferde
halbwild in den Bergen mit kärglichem Futterangebot. Kleiner, gerader Kopf;
manchmal leichte Ramsnase; große, freundliche Augen; kleine Ohren; kräftiger
Hals; wenig Widerrist; schöne, schräge Schulter; etwas tiefer Rücken mit
abfallender Kruppe und tief angesetztem, üppigem Schweif; üppige Mähne;
schlanke, lange Gliedmaßen und gesunde Hufe; oftmals kuhhessige Beinstellung.
Farben: Rappen, Braune verschiedener Farbabstufung, auch Dunkelfüchse.
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Zuchtgebiet
Ungarn - Gestüt Marcopuszta - aber auch in Bulgarien / Rumänien, Stockmaß
rund 160 cm. Hart, ausdauernd und genügsam, bei manchmal schwierigem
Temperament. Reit- aber auch Kutschpferd. Nobles Reitpferd im anglo-arabischen
Typ. Korrekter Hals aus gut gelagerter Schulter, ausgeprägter Rist. Etwas
langer Rücken, kräftige, leicht abfallende Kruppe, hoher Schweifansatz. Rumpf
von mittlerer Breite und Tiefe, mit genügend Raum für Herz und Lunge. Beine
dem Kaliber entsprechend stark, hart und ausreichend korrekt, mit etwas kurzer
Fessel, kein Behang. In Ungarn nur Füchse mit wenigen, kleinen Abzeichen,
in Rumänien auch Braune und Schimmel. 1816 wurde der Fuchshengst Gidran Senior,
ein ägyptischer Araber, von Baron Fechtig, einer schillernden Persönlichkeit
und Vorbild zur Operette "Der Zigeunerbaron", nach Lipizza importiert.
Von dort gelangte Gidran 1818 nach Bábolna, wo er die spanische Stute Arrogante
deckte, die trächtig nach Mezöhegyes überstellt wurde. Dieses Gestüt hat mit
Gidran II sowie mit Furioso und North Star drei wichtige Rassen begründet.
Bedeutende Gidran-Hengste waren Bibor und Kengyel. Der Typ verlagerte sich in
Richtung eines englischen Halbblüters, weswegen man in der 1. Hälfte des 20.
Jahrhunderts wieder vermehrt Orientalen einsetzte. Die Reinzucht wird heute im
Gestüt Marocpuszta unter Aufsicht der Pannon-Universität fortgeführt.
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Zuchtgebiet
USA, Stockmaß 152 - 172 cm. Anpassungsfähiger Charakter und angenehmes
Temperament. Show-, Turnier- und Westernpferd mit unerschöpflichen Verwendungsmöglichkeiten.
Gangarten, die Tölt und Paß einschließen. Es ist ein auf Farbe selektiertes
Saddlebred, dessen typische Merkmale seidige Goldschimmer und das schneeweiße
Langhaar sind. Schöner, gut proportionierter Kopf mit kleinen, regen Ohren und
klaren, intelligenten Augen, deren Farbe braun oder dunkel sein muss. Gute
Ganaschenfreiheit, langer, schön gebogener Hals, schräge Schulter, hoher
Widerrist, kurzer, kräftiger Rücken, muskulöse Hinterhand mit langer Kruppe
mit hoch angesetztem Schweif. Stabiles Fundament mit langer, schräger Fessel
als Voraussetzung für den bequemen, weichen Gang. Das Langhaar muss weiß sein,
wünschenswert ist schneeweiß. Die Farbe kann von creme- bis kupferfarben in
allen Schattierungen variieren. Ideal ist die Farbe einer nicht angelaufenen
Goldmünze. Abzeichen an Kopf und Beinen sind erlaubt, aber nicht am Körper.
Vom "Goldschimmer" der Isabellen und Palominos fasziniert, haben die Züchter
versucht, ein goldfarbenes Pferd zu züchten. Gold als Pferdfarbe wurde vom
amerikanischen Saddlebred Verband 1864 durch die Eintragung des Pferdes Pat
Cleburne anerkannt. Im Palomino-Züchter Verband wurde das erste goldfarbene
Saddlebred 1939 registriert: Pot O'Gold, geh. 1939, später als Richardson's Pot
O'Gold bekannt. Sein Züchter war S. A. Clift aus Waxahachie/TX. Der Saddlebred
Verband registrierte es unter dem Namen Cliff's Pridc. Das Golden American
Saddlebred wird von der American Saddlebred Horse Ass. (ASIIA) registriert und
von der Golden American Saddlebred Horse Association.
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Zuchtgebiet
Schweden auf der Insel Gotland, Lojsta-Heide; schwedisches Festland, Stockmaß
zwischen 120 und 130 cm, lebhaft, freundlich - manchmal störrisch, Renntraber,
Reitpony. Raumreifende Gänge und hervorragendes Springvermögen. Mittelgroßes
Pony des nordeuropäischen Typs. Großer, gerader Kopf mit viel Ponyausdruck,
breiter Stirn, großen Augen und kleinen Ohren. Hals genügend lang, einer
langen Schulter entspringend, die schräg oder steil sein kann. Etwas langer,
weicher Rücken, tiefer Brustkorb, ausreichend breite Brust. Kurze,
abgeschlagene Kruppe mit tiefem Schweifansatz und guter Bemuskelung. Feines,
hartes Fundament. Fehlstellungen der Vorderbeine und Kuhhessigkeit sind häufig.
Dichtes Langhaar, wenig Behang und stahlharte Hufe. . Alle Grundfarben, auch
Falben und Isabellen. Diese uralte Inselrasse gehört zu den Nachfahren des Typ
1 und ist relativ unvermischt erhalten. Seit alters existierte auf Gotland eine
Wildbahnzucht, die Ponys brachten enorme Leistungen. Eingekreuzt wurden Livländer,
später auch schwere Arbeitspferde und zumindest ein spanischer Hengst. In jüngerer
Zeit wurde Araberblut eingekreuzt. Zu Beginn unseres Jahrhunderts war die Zucht
stark im Rückgang, nur mehr im Lojsta-Forst wurden zwei größere Herden
bewahrt. 1880 wurde der Hengst Olle geboren, der zu einem der bedeutendsten
Vererber wurde. 1943 wurde ein Gestütbuch angelegt, auch von Seiten des
schwedischen Zuchtverbandes bestehen Anstrengungen, die Rasse zu erhalten. Das
Skogsruss (Waldroß), auch Skogsbagge (Waldbock) genannte Pony wird als
Kinderpferd benutzt; früher wurde es bei ländlichen Trabrennen
verwendet.
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Zuchtgebiet
Niederlande, Stockmaß etwa 150-165 cm, stark und ausdauernd; mit hoher Aktion;
ruhig und willig; guter Charakter; Gewichtsträger, äußerst zugkräftig und
gleichzeitig leichtfuttrig, früher ein reines Wagenpferd, wird es heute mehr
als vielseitiges, leistungsfähiges Reitpferd verwendet. Groningen/Nordholland
Produkt der Kreuzung zwischen Friesen und Oldenburgern. Kräftiges
Warmblutpferd; hübscher Kopf mit gerader Nasenlinie; schöner, kräftiger
Halsaufsatz; gut gelagerte Schulter; breite Brust; viel Gurtentiefe; gut
bemuskelter Rücken und ebensolche Kruppe; Hochangesetzter und getragener
Schweif; kräftige, trockene, gesunde Beine.
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