Pferderassen 18
Ein Quarab ist die Anpaarung von Vollblutaraber und Quarter Horse oder Paint. Quarabs führen 1/8 bis 7/8 arabisches Blut und entsprechend 7/8 bis 1/8 Quarter- oder Paint-Blut. Andere Rassen sind nicht erlaubt. Erste Anpaarungen wurden in den USA schon in den 60er Jahren praktiziert und sind bis heute gefragte Working Ranch Horses. Das Arabische Pferde bei der Entstehung der Quarter Horses beteiligt waren, ist gar nicht so abwegig und mittlerweile auch beweisbar. In den späten Sechzigern war „Indy Sue“ bei der AQHA registriert, eine Tochter von INDRAFF (Raffles x Indaia), sie hat drei bei der AQHA registrierte Nachkommen. Indraff ist ebenso im AQHA Stutbuch geführt als Foundation Horse, allerdings ohne weitere Abstammung, aber mit einer AQHA-Nummer. Oldtimer schwören sogar, der große DOC BAR führte Araberblut, was leicht nachzuvollziehen ist, wenn man seine Nachkommen einmal etwas näher betrachtet. Seit 1989 ist der Quarab in den USA von der International Quarab Horse Association (IQHA) Stutbuchmässig registriert. Man hört Quarab-Besitzer nur lobend über ihre Pferde sprechen, aber das ist ja fast bei jeder Rasse so. . Einige ziehen diese Mischlinge sogar den reinen Rassevertretern vor. Züchter und Reiter haben festgestellt, dass diese Kreuzung in optimaler Weise die Vorteile beider Rassen in sich vereint. Gutartiges Temperament, reiterlich vielseitig einsetzbar, edler Kopf, Intelligenz bzw. die schnelle Auffassungsgabe des Vollblutarabers, sowie dessen Menschenbezogenheit, Ausdauer, gute Knochensubstanz und gute Hufe, kombiniert mit der stärkeren Bemuskelung, inneren Ruhe und Schnelligkeit auf kurzen Strecken bzw. in Wendungen und die Spurtstärke des Quarter Horse sind typische Merkmale. . Sie sind leistungsstark und motivierte Langstreckenläufer. Sie haben eine starke Hinterhand mit guten Versammlungsmöglichkeiten und schöne leichte Bewegungen. Ihre Lauffreude gepaart mit der starken Hinterhand ergibt Tempo und Schubkraft. Generell haben sie in ihrem Bewegungen mehr Luft als ein Quarter. Besonders im Lope ist das zu sehen. Ein Quarab springt seinen Lope schön, wo Quarter manchmal „humpeln“. Quarabs sind je nach Veranlagung etwas „heißer“, aber die ausgeprägte Menschenbezogenheit und Ausdauer des Arabers, macht die Arbeit und den Umgang mit ihnen zum wahren Vergnügen. Die schon fast angeborene stoische Ruhe vom Quarter wiederum lässt sie auch in brenzligen Situationen beherrscht bleiben. Der Quarab ist ein temperamentvolles, elegantes Pferd. Daher ideal, für alle, die ein etwas leichteres Pferd mit weniger Breite im Rücken, etwas weniger Masse im allgemeinen und mehr Temperament sowie Stehvermögen wünschen. Quarabs sind dennoch sensibler als Quarter Horses und darauf ist zu achten. Eine ungerechte, harte Behandlung stecken sie nicht so locker weg, wie das Quarter Horse. Dafür hat man aber ein Pferd, das sich nicht nur „nutzen“ lässt, sondern das selbstständig mitdenkt, ein Vorteil, den sich viele Reiter wünschen. Natürlich kommt es auf die Anpaarung der Elterntiere an und es ist zu überlegen, welche Eigenschaften sie dominant weitergeben. Also sollte man nicht munter drauflos züchten, nach dem Motto, das wird schon, sondern auch wie bei jeder anderen seriösen Pferdezucht und Anpaarung sind die Vorzüge und Schwächen, In- und Exterieur der Elterntiere prüfen. Z.B. ist darauf zu achten, dass der verwendete Araber kein zu leichtes Fundament hat. Dies kann dem Nachwuchs Probleme bereiten, wenn das Fohlen die Masse vom Quarter erbt . Das beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit und verkürzt im schlimmsten Fall das Leben. Und umgekehrt sollte nicht unbedingt ein Quarter gewählt werden im Haltertyp, extrem schwer bemuskelt und auf den heute so beliebten feinen Beinchen und Minihüfchen stehend. Die Charaktereigenschaften sollten bei der Anpaarung ebenso berücksichtigt werden. Auch in Deutschland wird diese Anpaarung schon praktiziert, jedoch kam bisher niemand auf die Idee, sie als eigene Rasse zu deklarieren. Meist gab es über den Araberzuchtverband „Halbblutpapiere“. Aufgrund der wachsenden Beliebtheit dieser Pferde, ist es nun auch möglich für hiesige Quarabs Papiere zu bekommen, denn die IQHA hat seit Anfang des Jahres eine Außenstelle bzw. ein Kontaktbüro in Deutschland.
Wichtige Info: Deutsche Quarabs sind startberechtigt bei EWU-, NRHA-, und auch bei NCHA-Wettbewerben, sowie bei deren Futuritys, soweit die Väter im jeweiligen Programm teilnehmen. Da immer wieder nach Quarabs gefragt wird, wäre es zweckmäßig, wenn Verkäufer/Züchter uns ihre Tiere melden. zurückDas
Quarter Horse ist der Inbegriff des Westernpferdes. Es entwickelte sich aus dem
spanischen Pferd mit arabischem Einschlag und dem englischen Vollblut. Zu Beginn
des 17. Jahrhunderts wurden Pferde speziell für die beliebten
Quarter-Mile-Rennen gezüchtet. Daraus gingen dann die Quarter Horses hervor,
die ihren Namen diesen Kurzstreckenrennen verdanken. Meist veranstalteten die
Besitzer am Wochenende diese Rennen, während der Woche aber mussten die Tiere
harte Arbeit verrichten. Aufgrund dieser unterschiedlichen Anforderungen
bedurfte es eines Pferdes mit unkompliziertem Wesen und ausgezeichnetem
Charakter. Das
gute Quarter Horse verkörpert also zwei wesentliche Eigenschaften: Es ist
ruhig, ausgeglichen und selbstsicher, kann aber von einer Sekunde auf die andere
förmlich explodieren und Leistungen erbringen, die man ihm auf den ersten Blick
nicht zutrauen würde. Auch heute noch finden Quarter Horse-Rennen statt, die über
die Viertelmeile gehen. So ist die All-American Futurity, die in Ruidoso, New
Mexico stattfindet, mit 2,5 Millionen Dollar das höchstdotierte Pferderennen
der Welt. Seine wirkliche Bestimmung hat das Quarter Horse aber als Arbeitspferd
fernab der großen Show-Arenen gefunden. Sein enormer Speed und seine Coolness
prädestinierten es v.a. als Cow-Horse. Heute gilt das Quarter Horse als
vielseitigstes Pferd der Welt und ist mit rund 3 Millionen eingetragenen Pferden
die weltweit zahlenmäßig stärkste Zucht. Der
Kopf des Quarter Horses sollte kurz und breit, mit kleinen Ohren und großen
Augen sein. Neben der schrägen Schulter sollte die Brust tief und breit sein
und die Vorderbeine weit auseinander stehen. Des weiteren sind kurze Röhren und
ein kurzer starker Rücken erwünscht. Charakteristisch für das Quarter Horse
ist aber die stark bemuskelte Hinterhand, die für den schnellen Antritt sorgt.
Die Größe sollte zwischen 145 und maximal 155 Zentimeter betragen. Viele
Umsteiger verlangen aber aus Gewohnheit nach größeren Pferden, auch für die
Pleasure werden solche Pferde bevorzugt. Das ideale Quarter Horse zeichnet sich
aber gerade auch durch seine geringe Größe aus. Nur einem solchen Pferd fällt
es wirklich leicht, in natürlicher Versammlung am langen Zügel und in
absoluter Balance zu gehen. Nur ein kleines athletisches Pferd kann mühelos
wenden, stoppen und in geduckter Haltung dicht über dem Boden cutten und all
die Dinge tun, die wir mit dem typischen Westernpferd assoziieren. Heute gibt es
für nahezu jede Disziplin bestimmte Blutlinien, die sich durchgesetzt haben, so
dass es erhebliche Abweichungen innerhalb der Rasse des Quarter Horses gibt (
und damit auch vom dargestellten Ideal-Typus ). Diese Spezialisierung verdrängt
zunehmend das klassische All-Around-Horse.
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