Pferderassen 19
Racking
Horse, Rheinisch-Deutsches
Kaltblut, Rheinisch-Westfälisches
Kaltblut,
Rheinisches Warmblut, Riwoqe-Pferd, Rocky Mountain
Pony, Rottaler, Russischer
Kaltblüter, Russischer Traber, Russisches Reitpferd
Zuchtgebiet
USA. In Deutschland derzeit jedoch nur durch wenige Exemplare vertreten,
Stockmaß etwa bei 155 cm. Das Racking Horse ist in seiner Heimat heute ein
beliebtes Show-, Turnier- und Freizeitpferd mit der ausgeprägten
Gangveranlagung zum Rack (Tölt), in drei klar zu unterscheidenden Tempi: Show
Rack, Fast Rack, Speed Rack. Gut trainierte Racking Horses erreichen im Speed
Rack mitunter Geschwindigkeiten bis zu 60 km/h. Der Tölter ist ein Vetter des
Tennessee Walking Horse und zeigt im allgemeinen auch dessen ausdrucksvollen
Kopf mit leicht konvexem Profil. Langer, bemuskelter, hoch getragener Hals,
lange, schräge Schulter, solider, tiefer Körper, kräftige Hinterhand und kräftiges
Fundament mit langen Gliedmaßen. Alle Farben sind vertreten. Zuchtgeschichte:
Das Racking Horse ist eine der Gangpferderassen, bei deren Entstehung das
American Tennessee Walking Horse als Gründerfamilie beteiligt war. Der
Rassebegriff wird aber nicht von der Zugehörigkeit zu einer Rasse bestimmt,
sondern von einer bestimmten Farbe oder ausgeprägten Veranlagung. Dies ist beim
Racking Horse der Rack, der amerikanische Begriff für Tölt. Aus diesem Grund können
in das Zuchtbuch auch Pferde unterschiedlichster Rassen eingetragen werden. Das
Zuchtbuch der Racking Horse Breeders Association of America (RHBA) wurde 1971 eröffnet,
und über 60.000 eingetragene Pferde sind ein deutliches Zeichen für die
wachsende Beliebtheit der Rasse.
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Zuchtgebiet
Deutschland, besonders im Rheinland, Stockmaß von 160 bis 170 cm Stockmaß,
stark, lebhaft, ausdauernd, Arbeitspferd, Gewicht bis zu 1000 kg. Freie, fleißige
Bewegungen; leichtfuttrig und gutmütig. Dem Belgier ähnliches, praktisches
Kaltblut. Bei gut mittlerer Größe sehr kräftig und zugstark. Großer, gerader
Kopf, lange Ohren und gute Augen. Kurzer, dabei wohlgeformter und sehr starker
Hals. Lange, schräge Schulter, wenig Rist, enorm breite und tiefe Brust.
Tonniger Rumpf, Rücken oft etwas matt. Kompakte Hinterhand mit starker
Bemuskelung, abfallende Spaltkruppe, gute Winkelung. Korrektes und überaus
starkes Fundament, derbe Gelenke, kräftige Sehnen, deutlicher Behang; harte,
mittelgroße Hufe. Ausschließlich Füchse, Braune und Rotschimmel. Im
Rheinland waren zwei alte kaltblütige Landschläge zu Hause, der Gelderländer
und der Eifeler. Nachdem die Einkreuzung von diversen schweren Warmblütern, später
auch englischen Kaltblütern, der Zucht keine Verbesserung gebracht hatte,
stellte das Landgestüt Wickratz (gegr. 1839) belgische Beschäler auf, und auch
die Züchter importierten belgische Stuten in großer Zahl. 1892 wurde das
Rheinische Pferdestammbuch auf der Basis dieser belgischen Linie begründet, und
noch zwischen den Weltkriegen war das Rheinland eines der bedeutendsten
Lieferanten erstklassiger Zugpferde. 1949 zählte man noch 26000 Zuchtstuten,
heute sind noch einige Dutzend im Zuchteinsatz. Bedeutendster Vererber der
Gegenwart ist der Rotschimmel Nippes im Landgestüt Warendorf.
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Rheinisch-Westfälisches Kaltblut:
Zuchtgebiet
Deutschland, Hauptzuchtgebiet Westfalen, Stockmaß 158 bis 165 cm,
Leichtfuttrig, guter Charakter, gutes Temperament, arbeitswillig mit
raumgreifenden Gängen, Arbeitspferd für Land- und Forstwirtschaft sowie
Gewerbe. Harmonisches Pferd mit schönem Gesicht und ausdrucksvollem Auge; kräftiger,
gut aufgesetzter Hals, mittelschwerer Körper, schräge, muskulöse Schulter.
Runde, leicht gespaltete, gut bemuskelte Kruppe. Korrektes, trockenes Fundament
mit harten Hufen. Kräftiges Langhaar, Doppelmähne und Behang. Braune, Füchse,
Rapp-, Braun- und Fuchsschimmel. Mitte des 19.Jh. wurden in der Provinz
Westfalen zur Zucht eines Kaltblutpferdes zunächst Clydesdales und Suffolks
eingesetzt, bis 1881 die ersten ,Belgier" ins Land kamen. Engagierte Züchter
und das 1904 gegründete Westfälische Pferdestammbuch trieben die Zucht voran,
indem sie Kaltblutstuten aus dem Rheinland und Belgien einführten. Dies führte
bis zum 2. Weltkrieg zum „westfälischen Typ". Neben dem Rheinländischen
Kaltblut erlangte das „Rheinisch-Westfälische" Kaltblut mehr und mehr
Bedeutung. Wichtige Linienbegründer waren die Hengste Albin d'Hor, geb. 1916,
ein tiefrumpfiger, mittelgroßer Braunschimmel, und Christal de Baele, geb.
1921, ein mittelschwerer, heller Schimmel mit großen weißen Flecken. Von den
Veränderungen nach 1945 blieb auch die Kaltblutzucht in Westfalen nicht
verschont. Bedeutend für die letzten Jahrzehnte war der trockene, wendige
braune Hengst Tonus, geb. 1972, der über seinen Großvater Torol das Blut der
nach 1945 aufgestellten Schwedenardenner führte. Wenn auch die Zahl der Hengste
und Stuten heute keinem Vergleich mit der vor 1945 standhalten kann, braucht
ihre Klasse den Vergleich nicht zu scheuen.
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Zuchtgebiet
Deutschland - im Rheinland, Hengste teilweise aus Warendorf, Nordrhein-Westfalen,
Stockmaß 160 bis 170 cm, als Sportpferd für alle Sparten geeignet.
Schwungvolle, raumgreifende Grundgangarten, gutes Springvermögen. Gut linierter
Warmblüter im Typ des Deutschen Reitpferdes. Edler Kopf, langer, gut
aufgesetzter und getragener Hals, leichtes Genick. Langer, gut markierter Rist,
stabiler Rücken. Tiefer, mittelbreiter Rumpf, gut gelagerte Schulter. Kräftige,
leicht abfallende Leistungskruppe, tiefer Schweifansatz. Harte Extremitäten,
kein Behang, gute Hufe. Korrektes Fundament, klare Sehnen und Gelenke. Gut
bemuskeltes Pferd mittleren Kalibers, edel im Typ, von guter Mechanik. Das
Rheinland war lange Zeit das Hauptzuchtgebiet des vorzüglichen
Rheinisch-Deutschen Kaltblüters. Erst nach dem 2. Weltkrieg entschloss man
sich, dem Beispiel der anderen Bundesländer zu folgen und eine leistungsfähige
Warmblutzucht aufzubauen. Man holte vor allein Stuten aus dem benachbarten
Westfalen sowie Zuchtpferde aus Hannover und Trakehner ins Land. Das etwas
uneinheitliche Material wurde durch starken Einsatz von Hengsten ostpreußischer
Abstammung vereinheitlicht. Später wandte man sich vermehrt Hengsten
hannoversch-westfälischer Abstammung zu, neuerdings werden auch einige
Holsteiner und Vollblüter eingesetzt. Bedeutende Privathengsthaltung mit
erstklassigen Hengsten.
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Zuchtgebiet
Tibet, Stockmaß etwa 120-130 cm, mausgrau und gelblichbraun mit Aalstrich und
dunklen Beinen. Kleines keilköpfiges Pony; mandelförmige Augen und kleine,
spitze Ohren; kurzer Hals mit Stehmähne; steile Schulter, tonniger Rumpf;
kurze, abgeschlagene Kruppe; kurze Gliedmaßen mit wenig Behang. Erst kürzlich
von einem französischen Forscher namens Peissel in einem unzugänglichen
Hochtal von Tibet in der Region Riwoqe entdeckte Pferderasse, die wohl nur
selten mit Menschen in Berührung gekommen ist. Eingekesselt von hohen Bergen,
die zum Überqueren nicht geeignet erscheinen, fristen diese Tiere weitgehend
unbehelligt ein kärgliches Dasein. In einem ähnlichen Hochtal fand Peissel im
Jahre 1993 eine andere Primitivrasse, die er Nangchen-Pferd nannte. Dabei
stellte er fest, dass diese Ponys eine größere Lunge und ein stärkeres Herz
hatten als andere Pferderassen. Die Gründe hierfür sind noch
unbekannt.
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Zuchtgebiet
USA, Stockmaß ca. 140 cm, zäh und ausdauernd, viel Kraft, Reitpferd, auch für
Erwachsene, Anlage zum Paßgang. Hübscher, trockener Kopf mit gerader
Nasenlinie; ausdrucksvolle Augen und kleine spitze Ohren; langer, gerader Hals;
kurze, etwas steile Schulter; wenig Widerrist; langer, gerader Rücken mit
leicht abfallender Kruppe und tief angesetztem Schweif; schlanke, trockene
Gliedmaßen und harte kleine Hufe. Mittelgroßes Pony von großer Härte und
Trittsicherheit, mit einer natürlichen Anlage zum Paß. Fast ausschließlich
Braune mit gelblicher Mähne. Bei einer Größe von rund 140crn Stockmaß kräftig
genug, um auch schwere Reiter über lange Strecken zu tragen. Zucht im
Reitbetrieb des Naturparks von Stout Springs, Kentucky. Vor rund zehn Jahren
begründete Sam Tuttle im Rahmen seines Reitbetriebes mit dem Hengst Old Tobe
eine eigenständige Zucht von mittelgroßen Ponys im Habitus eines Mustangs. Das
Stutbuch wurde 1986 eröffnet und enthält rund 300 Tiere. Die spanisch geprägte
Ausgangspopulation dieses Schlages brachte Zähigkeit, Kraft und Ausdauer. Der
Name ist etwas irreführend, da die Rockies an der gegenüberliegenden Seite
Nordamerikas liegen.
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Zuchtgebiet
Deutschland, Hauptzuchtgebiet Bayern, Stockmaß um 160 cm, Leistungsbereit mit
gutem Charakter und Temperament, leichtfuttrig, fruchtbar, langlebig, gesund und
hart. Vorzügliches Reit-, Fahr- und Freizeitpferd mit schwungvollen,
raumgreifenden, elastischen Bewegungen. Springt auch gern. Gefälliger, großliniger,
mittelschwerer Warmblüter. Kräftiges, korrektes Fundament. Vor allem Braune.
Die Pferdezucht im niederbayerischen Rottal kann auf eine tausendjährige
Geschichte zurückblicken. Grundstock der Zucht bilden die nach der Schlacht am
Rott (909) und auf dem Lechfeld (955) zurückgelassenen ungarischen Pferde, die
mit dem bodenständigen Landschlag gekreuzt wurden. Bereits im 11. Jh. war der
„Rottaler Fuchs" ein gängiges, kräftiges Reitpferd. Mit der Aufstellung
von Hengsten durch Klöster und später durch die landesherrlichen Hofstallungen
im 19. Jh. begann die planmäßige Förderung der Zucht. Der Aufschwung begann,
als die königlich bayerische Gestütsverwaltung 1840 die ersten Beschäler -
Hengste engl. Abstammung - im Rottal aufstellte, denen um 1880 Oldenburger
folgten. 1906 wurde der Rottaler Pferdezuchtverein gegründet und ein Zuchtbuch
angelegt. Linienbegründer des neuzeitlichen Rottalers wurde durch seine
durchschlagende Vererbungskraft der im Rottal gezogene Hengst Edelweiß, schwarzbraun,
geb. 1913, v. Edelwolfl - Antonette 167, gut gebaut und wohlgeformt mit vorzüglichen
Gängen. Auf der Höhe der Zucht stehend brachten die Jahre nach 1945 für die
Rasse einschneidende Veränderungen, die zum Bayerischen Warmblut und zur Schließung
des Stutbuches führten. Der 1988 gegründeten IG Rottaler Warmblut ist es zu
danken, daß das Stutbuch 1995 wieder eröffnet wurde.
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Zuchtgebiet
Ukraine, Gestüt Nowo-Alexandrow, Stockmaß zwischen 145 und 155 cm, gutmütig,
fleißig, robust, Arbeitspferd. Fleißige, energische Gänge, große Zuverlässigkeit
und Zugkraft bei ruhigem Wesen. Gewicht von 500 bis 700 kg. Mittelrahmiges,
praktisches Wirtschaftspferd, kompakt und robust. Kleiner, trockener Kopf mit
feinen Ohren. Kurzer, mächtiger und schön geschwungener Hals, der hoch
aufgesetzt einer schrägen, langen Schulter entspringt. Niedriger Rist und
breiter, kurzer Rücken, manchmal eingesattelt. Überbaute, runde Kruppe, leicht
abgeschrägt und bestens bemuskelt. Tonniger Rumpf mit genügend Tiefe und
Breite. Trockene Gliedmaßen, kurz und stabil mit wenig Behang und harten, eher
kleinen Hufen. Meist Füchse und Braune. Schon um 1850 wurden im europäischen
Teil Russlands zur Verbesserung der heimischen Arbeitspferde systematisch Stuten
mit Hengsten der Rassen Orlow-Traber, Percheron, Brabanter und Ardenner
gekreuzt. Die Resultate waren ausgezeichnet, besonders die belgischen und später
die schwedischen Ardenner bewährten sich. Schon 1900 konnte der Hengst Harawai
auf der Weltausstellung von Paris als "Russischer Ardenner" eine
Goldmedaille gewinnen. 1923 standen im Gestüt Alexandrow noch 50 Hengste und
170 Stuten, die den Fortbestand garantierten. Erneuter Aufschwung und 1952
Registrierung der wieder belebten Rasse als Russisches Kaltblut. Je nach Bedarf
werden etwas kleinere oder größere Schläge gezogen. Sehr weit verbreitet und
wegen seiner Qualitäten beliebt.
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Zuchtgebiet
GUS, Stockmaß um 160cm, intelligent, willig, scheufrei, Trabrennen,
Kutschpferd, bedingt Reitpferd, guter Charakter, hervorragendes Trabvermögen.
Ein trockenes, athletisches Pferd im Traber-Typ, wobei es einen schweren Wagen-
und einen leichten Sporttyp gibt. Der mittelgroße, leicht geramste oder gerade
Kopf ruht auf einem langen, häufig gut geformten Hals, der einer steilen
Schulter entspringt. Kompaktes Mittelstück, manchmal etwas seicht, mittelmäßig
ausgeprägter Rist. Abgeschlagene, relativ kurze Kruppe, steile Sprunggelenke.
Gutes, hartes Fundament mit harten Hufen, manchmal leichte Stellungsfehler. Alle
Farben, meist Schimmel und Braune. Planlose Kreuzung mit dem Standardbred hätte
den Orlow-Traber fast ruiniert, doch man erkannte rechtzeitig, dass die Qualitäten
der imposanten Orlows auch in einer Zeitgemäßären Rasse durchaus wünschenswert
wären. So wurden etwa seit 1890 gezielte Kreuzungen angestellt. Der
Russisch-Amerikanische Traber, auch Métis (Kreuzung) genannt, lief dem reinen
Orlow-Traber im wahrsten Sinne des Wortes den Rang ab. Bis 1914 wurden 156
Hengste und 220 Stuten aus Amerika importiert, und mit ihnen kamen auch
amerikanische Trainer und Methoden. 1926 wurde die planmäßige Zucht des
nunmehr "russischen" Trabers beschlossen, 1928 begonnen und 1949
vollendet - die Rasse war konsolidiert.
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Zuchtgebiet
Russland, Hauptzuchtgebiet ist das Gestüt Starozhilsk in der Region Rjasan, südlich
Moskau, Stockmaß um 163 cm. Hochleistungspferd für alle Disziplinen im großen
Sport; große Dressurbegabung, hervorragende Grundgangarten. Edler, harmonischer
Warmblüter mit langen Linien. Ausdrucksvoller, nicht zu großer Kopf, gut
aufgesetzter, leicht gewölbter Hals, langer Widerrist, schräge Schulter.
Tiefer Rumpf, elastischer Rücken mit guter Sattellage, lange, kräftige Kruppe,
hoch angesetzter Schweif. Stabiles Fundament mit klar konturiertem Fundament.
Schönes Langhaar. Vor allem Rappen, Dunkelbraune, ohne auffällige Abzeichen.
Die Rasse wurde in den 30er Jahren auf Veranlassung von Marschall Budjonny aus
der Orlow-Rostopchiner-Rasse entwickelt. Die von den Grafen Orlow und Rostopchin
gezüchteten edlen Pferde waren im 1. Weltkrieg durch die Revolution und im Bürgerkrieg
nahezu vernichtet worden. Der 2. Weltkrieg unterbrach den Wiederaufbau der
Zucht. Erst die Erfolge des Ukrainischen Reitpferdes wurden 1979 von der
Regierung zum Anlass genommen, einen Plan für die Erneuerung der Rasse
erstellen zu lassen. Für das Zuchtprogramm wurden zwei Zuchtherden mit Stuten
und Hengsten gebildet. Zur ersten Herde gehörten Hengste und Stuten mit 25%
Orlow-Rostopchin Blut, die restlichen 75% waren Vollblüter und einige
Trakehner. Den Stamm der zweiten Herde bildeten Trakehner, Englische Vollblüter,
Araber und Achal-Tekkiner. Außerdem wurden auch einige Orlow Traber-Stuten mit
Hengsten der Rassen Englisches Vollblut, Araber, Achal-Telckiner und Russischer
Traber zur Bildung von fünf Zuchtstämmen gekreuzt. Diese fünf Stämme wurden
dann zum Russischen Reitpferd verschmolzen.
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